„Ich weiß nicht wie Sie das gemacht haben. Aber ich weiß, dass ich das jetzt auch können möchte.“ Dies sagte mir ein Klient, nach einer erfolgreichen Mediation.

Es handelt sich um ein erfolgreiches Unternehmen mit vierzig Mitarbeitern, welches von drei Gesellschaftern geführt wird. Bereits seit längerem konnten einfachste Geschäftsvorfälle nicht mehr konstruktiv besprochen werden. Dieser Zustand war zwar hinderlich und nervig aber noch nicht bedrohlich. So ging jeder seinen Aufgaben nach. Dies ging irgendwie und mehr recht als schlecht gut, bis sich eine große Chance für das Unternehmen bot. Der Entscheidungs- und Innovationsstau der Gesellschafter viel nun deutlich und allen auf. Dieser fing an das Unternehmen so zu lähmen, dass es nicht nur ‚die Chance’ als solche ziehen lassen müsste. Der Entscheidungsstau begann nun sogar das Unternehmen zu gefährden. Einer der Gesellschafter wendete sich mit der Bitte um ein Coaching an mich. Er meinte, er hätte dringenden Bedarf bezüglich konstruktiver Gesprächsführung und Verhandlungsführung.

Im Vorgespräch stellte sich heraus, dass schnelles Handeln gefragt ist. Auch, dass es um sehr viel mehr als nur um eine Kommunikationsstörung geht. Denn selbstverständlich gibt es gute Gründe für die Sprachlosigkeit. Tiefer sitzende Gründe. Die Narben von schlecht verheilten Wunden juckten nicht nur bei den anderen, sondern auch bei ihm. Daneben ließ der Handlungsdruck keine Zeit für eine Entwicklung in Sachen Kommunikation. Zwei Gründe sich gegen das Coaching und für eine Mediation zu entscheiden.

Mediation geht davon aus, dass die Konfliktparteien die besten Experten für die Lösung ihrer Probleme sind, dass allerdings der Konflikt selber ihnen den Zugang zu ihren Stärken und Kompetenzen für eine Konfliktklärung blockiert. In der Wirtschaftsmediation gebe ich als ein allparteilicher Dritter die sichere Struktur, die den Kommunikationsprozess zwischen den Parteien regelt und stabilisiert. Durch ein zunehmend vertieftes Verständnis von sich selber, den anderen und dem Kontext des Konfliktes, werden verstehensbasierte, eigenverantwortliche Regelungen möglich und der Schritt von der Konfrontation zur Kooperation kann gelingen. Am Ende stehen rechtsverbindliche Regelungen, die aufgrund des partizipativen Charakters der Mediation nachhaltig sind und die Parteien zufrieden stellen.

Auf Grundlage der Auftragsklärung wurde zuerst die aktuelle weil dringende Kommunikationsstörung bearbeitet und Zielkonflikte zwischen den Gesellschaftern wurden mediiert. Nach zwei Tagen haben die Gesellschafter Entscheidungen getroffen. Unmittelbar nach dem Prozess konnten die Entscheidungen ohne Widerstand, weder offenem noch stillem, umgesetzt werden. Man war sich einig. Jeder sah seine Sichtweisen und Interessen in der Lösung berücksichtigt. Auch das gute Gefühl sämtliche Optionen vorab geprüft und ausgeschlossen zu haben, macht die Umsetzung der präferierten Lösung entschieden. Aufbauend auf den guten Erfahrungen wurden dann die grundsätzlichen Themen zwischen den Gesellschaftern mediiert. Am Ende dieser Mediation stand eine einvernehmlich erarbeitete Unternehmensstrategie.

Dadurch, dass sich die Gesellschafter für die Mediation entschieden, haben sie neben der Chance auch die Zukunft der Firma gerettet. Dauer: 2 mal 2 Tage und eine Nachbesprechung von 2 Stunden.

„Vielen Dank. - Ich weiß nicht wie Sie das gemacht haben. Aber ich weiß, dass ich das jetzt auch können möchte.“ Dieses Feedback im Rahmen der Nachbesprechung der Mediation ist jetzt vier Monate her. Zitierter Gesellschafter und ich treffen uns seitdem in regelmäßigen Abständen. Nun bekommt er sein Coaching. Wir arbeiten nah an seinen aktuellsten kommunikativen Herausforderungen und er entwickelt sich zu einem kommunikativen Leader und kooperativen Verhandlungsprofi. Chapeau!

Gestern meinte er spontan: „Das Gespräch, wovor ich mich so gedrückt hatte ist mir gelungen! Im Gegenteil. Kommunikation kann so produktiv sein!“ Und führte nach einer kleinen Denkpause hinzu:„ ...doch wenn der Korken allerdings mal wieder tiefer sitzt, die Dinge komplex sind oder die Beziehung in Frage gestellt wird, ...dann würde ich es extern moderieren lassen. Durch eine allparteiliche Mediatorin, Frau Klöpper.“